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Jared Leto zählt zu den außergewöhnlichen Multitalenten unserer Zeit. Filme wie 'Panic Room', 'Chapter 27' und 'Mr. Nobody' beweisen nicht nur seine Vielseitigkeit als Schauspieler; seine parallel laufende Karriere als Frontmann von 30 Seconds to Mars verdeutlicht darüber hinaus, dass sich jede Menge Potential hinter diesen schockierend blauen Augen verbirgt - er schreibt und textet sämtliche Songs seiner Band. Und das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange...

Ein Wort noch vorneweg: Hier wird man weder erfahren, mit wem Herr Leto gerade ausgeht, noch, welchen Friseur er bevorzugt. Diese Seiten beschäftigen sich ausschließlich mit dem Künstler Jared Leto. Wer trotzdem bleiben möchte, wird mit relevanten Infos belohnt, die ihn als solchen auch respektieren.

30 Seconds to Mars | Band Biographie


01. Kunst ist eine Reise, um dich selbst zu finden
- Jared Leto -


Gemessen an einer sogenannten normalen Familie der 70er Jahre - Papa verdient das Geld, Mama versorgt die Kinder - werden Shannon und Jared Leto am 09. März 1970 und am 26. Dezember 1971 in Bossier City / Louisiana in eher chaotische Verhältnisse hineingeboren. Sofern man einen künstlerischen Background als chaotisch erachtet.
Vater Tony verließ die Familie früh, heiratete wieder und ist inzwischen verstorben. Auch Mutter Constance, freischaffende und reiselustige Photografin, vermählt sich ein zweites Mal - Carl Leto adoptiert das Geschwisterpärchen, doch bereits nach wenigen Jahren wird die Ehe geschieden. Fortan zieht Constance Leto ihre Söhne alleine groß.

Die dreiköpfige Familie lebt auf schmalem Fuß und frönt zuweilen dem Kommunenleben. Ein fester Wohnsitz gehört zu der Art Luxus, der ihnen eher weniger vergönnt ist. New York, Kalifornien, Florida, Pennsylvania, Massachusetts, Wyoming, Washington D.C., Colorado, Virginia und sogar Haiti und Alaska gehören zu den Orten, an denen sie sich temporär niederlässt. Ob aus der mütterlichen Ideologie heraus, aus beruflichen Gründen oder einfach nur, um jede Gelegenheit wahrzunehmen, die Haushaltskasse zu schonen, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich eine Kombination aus allem. Geschadet hat's den Kiddies offenbar nicht, denn die Reiselust scheint eins der Dinge zu sein, die die Frau Mama ihren zwei Ablegern vererbt hat.

Shannon und Jared Leto wachsen unter Künstlern aller Art auf. "In der Kunst liegen unsere Wurzeln", sagt Shannon. "Wir sind in Kommunen groß geworden und unsere Mom nahm uns mit zu Festivals und Konzerten. Sie ist Photografin und interessiert sich für Grafik-Design und Musik. Einen Fernseher oder G.I. Joe's (Actionfiguren, webmiss) gab's bei uns nicht. Wir hämmerten auf Töpfe und Pfannen, spielten auf Gitarren, die den Hippie-Freunden unserer Mutter gehörten und haben die Gegend ausgekundschaftet und so was alles. Wir waren sehr arm und dadurch, dass uns diese Normalität, die man als selbstverständlich erachtet, fehlte, lernten wir, uns durch Musik, Malen und Kunst aller Art auszudrücken."
"Mit dieser Kunst-Kommunen-Hippie Erfahrung als Kind gab es keine klare Linie, der es zu folgen galt", ergänzt Jared. "Wir zelebrierten jede Form des kreativen Ausdrucks und der kreativen Erfahrung."
Und Jared erinnert sich weiter: "Mit der Musik fingen wir an, als wir sowas fünf waren. Ich spielte ein paar Jahre klassisches Klavier. Nebenher habe ich auch gesungen und ein bisschen Gitarre gespielt. Es hat mich aber nicht sonderlich interessiert, weil ich es für ein unerreichbares Ziel hielt." Doch im Laufe der Zeit beginnt Jared, sich mit der Musik von Pink Floyd und Led Zeppelin zu identifizieren und sie sind es schlussendlich, die den schicksalsträchtigen Sinneswandel bewirken.
Led Zeppelin
Shannon, so Jared, war sowas wie ein Wunderkind am Schlagzeug, ein göttlicher Drummer, der alles von Jazz bis Rock spielte. "Für mich ist Musik Gefühlssache", erläutert Shannon. "Es ist die reine Emotion. Ich bin da sehr impulsiv. Ich höre etwas und ich mach's einfach. Gleichzeitig höre ich mir die Interpretation des anderen (von diesem Song) an, ich höre ein, zwei Minuten zu und nehme dieses Gefühl mit rein. Dann schaust du, dass Du aus dem, was du zu vermitteln versuchst, einen Mittelweg findest. Es funktioniert wirklich völlig instinktiv."
So spielte Shannon - im Gegensatz zu Jared - schon immer in irgendwelchen Bands und er mochte alles von Rush bis Metallica: "Er war eine zeitlang ein totaler Metal-Freak."

Doch wie sein jüngerer Bruder hat auch Shannon sich nicht nur einer Leidenschaft verschrieben. Neben seines höchst eigenen und extraordinären Schlagzeug-Stils, den er im Laufe der Jahre entwickelt und stetig verbessert - sein ungewöhnliches Gefühl für Rhythmus ist ein wesentlicher Bestandteil der Musik von 30 Seconds to Mars - beherrscht auch er nebenbei noch Gitarre und Keyboards. Zudem pflegt er ein Hobby, welches er wohl der Frau Mama zu verdanken hat...

Da das Geld knapp ist, hören die Leto-Brüder für gewöhnlich Platten, die ihnen nicht gehören, oder die sie geschenkt bekommen. "Wir reagierten schon immer auf Musik, die anders war", sagt Jared. "Das Gewöhnliche interessierte uns nicht besonders." Mit weit geöffneten Sinnen entdecken sie schließlich die eher konzeptionell arbeitenden Bands wie Tangerine Dream, David Bowie und The Cure. Bands, die... "...eine Identität besaßen und die atmosphärisch waren."
David Bowie, Album 'Aladdin Sane'
Shannon und Jared werden von vielen verschiedenen Stilen beeinflusst, versuchen dabei aber immer, sie selbst zu bleiben. "Wir wollten nie nach etwas speziellem klingen", sagt Jared. "Vermutlich ist es so, dass der Song, den du liebst, auch zu einer Art Muse für deine eigene Arbeit wird. In erster Linie wurden wir von The Who, Joy Division, Led Zeppelin, Rush, The Cure und Pink Floyd inspiriert. Wir bewundern diese Bands, weil für sie nie der kommerzielle Erfolg an erster Stelle stand, sondern die Möglichkeit, sich durch sich selbst auszudrücken."
Künstlerische Wurzeln und das Ausleben jeglicher Fähigkeiten in dieser Richtung lässt sich bekanntermaßen nur schwer mit so etwas wie einem normalen Stundenplan, sprich Schule, vereinbaren. Demzufolge ruft diese Institution nicht wirklich Begeisterungsstürme hervor. Zumindest, was Jared betrifft. Es liegt aber nahe, dass Shannon seinem kleinen Bruder da in nichts nachsteht.
Auch das Herumreisen in der Weltgeschichte ist regelmäßigen Schulbesuchen nicht gerade dienlich. Es isoliert das Geschwisterpaar von den konventionellen Lebensstandards, was ihnen aber offenbar weder zu schaffen macht, noch schadet, im Gegenteil - es schweißt sie eng zusammen.


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